Fungi future - eine Symbiose aus Maschine und Natur

Ressourcenschonend und nachhaltig sind die Stichwörter der Zukunft, auch im Bausektor. Mit seiner Masterarbeit hat Jan Contala an der Universität Innsbruck, unter der Betreuung von Professor Marjan Colletti (REX|LAB), Neuland betreten. 

Fungi future ist eine Forschungsarbeit im Bereich des zirkuläre robotergestützten 3D-Druckens mit Biomaterialien in der Architektur. Die Arbeit wurde von der Firma Extrudr mit ihrem biobasierten Material unterstützt. Dabei geht das Myzel und das Biomaterial PLA NX1 eine dynamische Symbiose miteinander ein. PLA NX1 ist ein biokompatibles Material, das aus erneuerbaren Ressourcen gewonnen wird.

Die Vorteile des Materials wurden genutzt, um den optimalen Lebensraum für das Myzel zu bieten. Erste Prototypen wurden mit einem Standard-Desktop-3D-Drucker erstellt und später mit einem Industrieroboterarm ausgeführt. Diese 3D-gedruckte Schalung aus Extrudr PLA NX1 gibt das Wachstum des Myzels und die Ausbreitung auf der Oberfläche der biologischen Ornamente vor. Intrinsische Belüftungs- und Entwässerungskanäle ermöglichen ein besseres Wachstum des Myzels. Die experimentellen Untersuchungen zeigen ein dynamisches Baumaterial, das durch gezielten Einsatz und digitale Fertigung biologische und nachhaltige Architektur ermöglicht. 

Fungi future – in der Herstellung von Monofilamenten

60.000 Tonnen Pilzabfälle entstehen jede Woche in Europa bei der Pilzaufzucht. Das EU Projekt Funguschain beschäftigt sich mit der Aufwertung und Nutzung dieser Abfälle. Durch die Extraktion hochwertiger Biomoleküle können vielseitige Produkte hergestellt werden. Erforscht wurde der Einsatz der Pilzabfälle für die Lebensmittel-, Kosmetik- und Kunststoffbrache. Den Projektbeteiligten gelang es verschiedene Arten von Biokunststoffen aus Pilzabfällen herzustellen. Kompostierbare Mülltüten, Einkaufstüten und Folien für den landwirtschaftlichen Sektor wurden entwickelt und hergestellt. Dank eines speziellen Extrakts der Pilzabfall-Biomasse, welches als Kohlenstoffquelle für den Fermentationsprozess genutzt werden kann, ist es möglich Biopolymere herzustellen. Extrudr forscht mit dem Biokunststoff aus Pilzabfällen für die Herstellung von Monofilamenten.

Quelle: www.funguschain.eu